Projekt EasyCare Projekt EasyCare
17/07/2013 10:22 Keine Kommentare


 

Rund zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen Deutschlands (etwa 2 Millionen), leben zuhause und werden von Familienangehörigen betreut. Für die pflegenden Angehörigen stellt das oftmals eine erhebliche Belastung dar, die weit über ihre Grenzen geht. Die Schwierigkeiten, die hierbei entstehen, können verschiedene Ursachen haben.

 

 

 

  • Fehlende Sicherheit bezüglich der Situation und des Zustands des Pflegebedürftigen
  • Fehlende Anleitung und mangelnder Austausch bei der Pflegearbeit
  • Fehlende Organisationshilfen zur Unterstützung der Pflegearbeit
  • Fehlende bedarfsgerechte Unterstützung bei der Pflegearbeit.

 

Das System easyCare, soll hier Abhilfe schaffen und in ganz neuer Form diesen wichtigen und derzeit größten, nämlich den privaten Pflegesektor unterstützen. Angehörige sollen dadurch bei der Pflege in vielen Aspekten entlastet werden.

 

Das Leitbild des Projektes EasyCare lautet: „Lange selbstbestimmt zu Hause leben durch situative Assistenzsysteme und bedarfsgerechte Dienstleistungen für pflegende Angehörige“

 

EasyCare gehört zu den 18 Forschungsprojekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), unter dem Titel „Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben“ (AAL). Es vereinigt in sich das know how aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft mit dem Ziel pflegende Angehörige zu unterstützen und pflegebedürftigen älteren Menschen ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben in der gewohnten häuslichen Umgebung zu ermöglichen.

 

Was also ist EasyCare und wie funktioniert es?

EasyCare ist ein zentrales Internetportal, das pflegende Angehörige mit wichtigen Informationen und Dienstleistungen, wie beispielsweise aktuellen Pflegeinformationen, leicht verständlichen Pflegeschulungen, Hilfe zu sozialen Netzwerken sowie Angeboten von Pflegedienstleistern zur Unterstützung und Beratung versorgt.

Eine weitere entscheidende Funktion (und wichtige Dienstleistung) ist das so genannte „Case Management“. Ein Programm, das pflegenden Angehörigen einen Gesamt-Versorgungsplan, der regelmäßig kontrolliert und aktualisiert wird, zur Verfügung stellt.

Es gibt verschiedene Ansätze, die Selbstständigkeit zum Verbleib in der häuslichen Umgebung zu fördern und zu verbessern. Allerdings werden praktikable Lösungen nur aus dem interdisziplinären Zusammenspiel aller Beteiligten entstehen können.

In einer drei Jahre dauernden Versuchsphase des Projektes konnten Daten gesammelt, ausgewertet und wertvolle Erfahrungen gewonnen werden. Das Fazit nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse ist, dass Projekte wie EasyCare, die mittels technischer Assistenzsysteme und bedarfsgerechter Dienstleistungen, pflegende Laien und Angehörige bei ihren Aufgaben unterstützen können, ein erhebliches Potenzial haben. Es ist aber nicht nur der Aspekt, alten Menschen ein längeres Leben in häuslicher Pflege zu ermöglichen, relevant. Es werden auch die Pflegekassen entlastet, da eine etwaige Unterbringung in einer kostspieligen Institution u. U. bis zum spätest möglichen Zeitpunkt hinausgeschoben werden kann.

Laien wie Pflegeexperten werden sich nun vermutlich einige interessante Fragen stellen.

Der „Roboter zuhause“ – ist er das Pflegemodell der Zukunft?

Kann dieses, vermutlich eines Tages umfassende Kontroll-, Monitoring-, Planungs- und „Providing“ System, einen Pflegedienst sogar gänzlich ersetzen? Oder gar eine stationäre Unterbringung verhindern?

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