Pflegebedürftig - Was ist zu tun? Pflegebedürftig - Was ist zu tun?
20/03/2013 09:19 Keine Kommentare


Menschen, die plötzlich oder auch in näherer Zukunft mit dem Thema der eigenen Pflegebedürftigkeit konfrontiert werden, stehen oft vor schwierigen Entscheidungen und großen Veränderungsschritten. Es fällt schwer, Gedanken an eine Veränderung der Wohnsituation und der Notwendigkeit einer Hilfe zuzulassen. Dies ist für viele Menschen beängstigend.

In dieser Situation ist individuelle Beratung der Betroffenen und ihrer Angehörigen mit menschlichem Feingefühl und fachlicher Kompetenz enorm wichtig, gilt es doch eine optimale maßgeschneiderte Lösung für Pflege und Unterbringung zu finden.

Vor einer endgültigen Entscheidung stehen jedoch folgende Schritte an:

 

Antragsstellung:

Ist abzusehen, dass die Pflegebedürftigkeit länger als sechs Monate andauern wird, ist mit der zuständigen Pflegekasse Kontakt aufzunehmen und einen Antrag auf Leistung der Pflegeversicherung zu stellen. Sobald der Antrag bei der Kasse eingegangen ist, beauftragt jene den medizinischen Dienst, einen Termin zur Begutachtung bei und mit dem Betroffenen zu vereinbaren.

 

Es ist ratsam, sich bereits bei Antragstellung nach der Dauer, der Bearbeitung des Antrags zu erkundigen. Mit Wartezeiten bis zu zwei Monaten bis zum Begutachtungstermin muss gerechnet werden.

 

Pflegetagebuch:

In der Zeit vor der Begutachtung ist es hilfreich ein Pflegetagebuch zu führen in dem alle Tätigkeiten der Pflege und Betreuung inklusive der dafür aufgewendeten Zeit festgehalten werden. Dies ist beim eigentlichen Begutachtungstermin von großer Bedeutung, dokumentiert es doch schon vorab ein gewisses Ausmaß der benötigten Hilfestellung. Pflegeberatungsdienste unterstützen dabei gerne mit kompetenter Beratung.

 

Begutachtung:

Die Begutachtung sowie eine Befragung des Betroffenen erfolgt an dessen Wohnort; ein pflegender Angehöriger oder eine andere Vertrauensperson dürfen dabei anwesend sein. Nach dieser Begutachtung und auf der Grundlage der Antworten und des Eindrucks des Gutachters wird dem Betroffenen eine der insgesamt fünf Pflegestufen zugeordnet. Je höher die Pflegestufe, desto höhere finanzielle Mittel stehen zur Verfügung umso mehr Zeit für Pflege und Betreuung kann damit abgedeckt werden. Vom Begutachtungstermin bis zur Bekanntgabe der Pflegestufe können einige Wochen vergehen.

 

Finanzielle Überlegungen:

Da die Leistungen aus der Pflegekasse die notwendige Betreuung in der Regel finanziell nicht abdecken und der verbleibende Betrag aus privater Tasche hinzugezahlt werden muss, ist die Zuordnung der jeweiligen Pflegestufe für den Betroffenen und seine Angehörigen von großer Bedeutung. Denn auch wenn es die Möglichkeit gibt, Sozialhilfe zu beantragen, sollte das eigene Budget nicht reichen, so verstehen sich diese Gelder doch lediglich als Vorauszahlung und die Familien des Betroffenen müssen sie zurückzahlen.

Wird zuhause betreut, sei es durch einen pflegenden Angehörigen oder einen ambulanten Pflegedienst, bekommt der Betroffene das Pflegegeld direkt überwiesen. Der Pflegedienst oder eine Pflegeperson können selbst gewählt und beauftragt werden. Im Falle einer Unterbringung in einer Betreuungseinrichtung, verrechnet diese mit der Pflegekasse direkt.

 

Entscheidungsfindung:

Der Betroffene sollte möglichst bald eine Vorstellung davon gewinnen, wie und wo er gepflegt und betreut werden will Da es zahlreiche und vielfältige Möglichkeiten gibt, von häuslicher Betreuung über Seniorenwohngemeinschaft, Pflegeheim oder Stift, ist es von Vorteil sich durch einen Pflegeberatungsdienst oder die Pflegekasse beraten zu lassen und möglichst viele Informationen einzuholen um einen genauen Überblick zu bekommen und dadurch die Entscheidung zu erleichtern.

 

 

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