Die rechtliche Betreuung - Vormundschaft Die rechtliche Betreuung - Vormundschaft
20/03/2013 09:14 Keine Kommentare


Wenn Menschen aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen selbständig zu treffen bzw. deren Konsequenzen abschätzen zu können, gibt es die Möglichkeit einer gesetzliche Vertretung in Anspruch zu nehmen. Die Verantwortung für die im Gesetz definierten Bereiche des Lebens kann einem gerichtlich bestellten, rechtlichen Betreuer übertragen werden.

Bis zum Jahre 1992 war die rechtliche Vertretungsperson ein Vormund und der Vorgang zur Bestellung eines solchen, die Entmündigung des Betroffenen, die alle Lebensbereiche umfasste. Dies wurde abgeschafft und durch die rechtliche Betreuung ersetzt, um die Selbstbestimmung des Betreuten so wenig wie möglich einzuschränken.

 

Wann ist eine rechtliche Betreuung sinnvoll?

Die mit Abstand größte Gruppe jener Menschen, die eine rechtliche Betreuung zur Seite gestellt bekommen, sind ältere Menschen, die an Demenz oder Alzheimer erkrankt sind. Des Weiteren kann eine rechtliche Betreuung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung, psychischen Krankheit und in manchen Fällen auch einer körperlichen Behinderung sinnvoll sein.

Das Ziel hierbei ist stets, die Interessen des Betreuten bestmöglich zu wahren. Der Betreuer ist bemüht, Entscheidungen möglichst im Sinne des Betreuten zu treffen.

Wer sicher stellen möchte, dass im Falle einer Krankheit und damit einhergehenden eingeschränkten Entscheidungsfähigkeit, seine Interessen gewahrt bleiben, kann bereits vorab einen Menschen seines Vertrauens zum Bevollmächtigten erklären. Um die Gültigkeit dieser Vereinbarung zu gewährleisten, müssen bestimmte rechtliche Formen, vergleichbar mit der Erstellung eines Testaments oder einer Patientenverfügung, beachtet werden.

 

Wie läuft eine rechtliche Beantragung ab?

Für eine Beantragung auf rechtliche Betreuung ist ein medizinisches Gutachten notwendig. In diesem Gutachten muss bestätigt sein, dass der Betroffene aufgrund seiner Erkrankung oder Behinderung nicht alle notwendigen Aufgaben bewältigen kann. Des Weiteren muss aus Sicht des Gerichts Handlungsbedarf bestehen, dh ein ein konkreter Anlass vorliegen, wie beispielsweise das Ausbleiben der Mietzahlungen oder innerfamiliäre Konflikte. Bevor jedoch ein rechtlicher Betreuer bestellt wird, wird überprüft, ob soziale Einrichtungen, Pflegedienste oder sonstige Hilfsangebote, diese Tätigkeiten übernehmen können. Es kommen Familienmitglieder, soziale Dienste, Nachbarschaftshilfe oder vom Betreuten bevollmächtigte Personen in Frage.

 

Wer kann eine rechtliche Betreuung beantragen?

Ein Antrag auf rechtliche Betreuung wird üblicherweise im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens gestellt. Teil dieses Verfahrens ist unter anderem ein Gutachten  eines unabhängigen Sachverständigen. Ein ärztliches Gutachten alleine ist nicht ausreichend. Einen eigenen Antrag auf rechtliche Betreuung können lediglich Menschen mit körperlicher Behinderung stellen.

 

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