Die Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung
20/03/2013 09:12 Keine Kommentare


Mitte der Neunzigerjahre trat in Deutschland ein neues Gesetzt in Kraft, das den Anspruch einer Absicherung im Falle einer Pflegebedürftigkeit gewährleisten soll. Dies erfolgt, zusätzlich zur Kranken-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung im Rahmen einer gesetzlichen Pflegeversicherung. Damit wurde der Notwendigkeit gerecht, jedem pflegebedürftigen Menschen adäquate Hilfe zuzusichern, sei es durch Betreuung zuhause, in stationären Einrichtungen oder in Pflegeheimen.

 

Wer hat Anspruch?

Die Beiträge zur Pflegeversicherung erfolgen wie alle anderen gesetzlichen sozialen Abgaben über den Arbeitgeber; wer in der zweiten Hälfte seines Arbeitslebens kranken- und pflegeversichert war, hat demnach bei Pflegebedürftigkeit Anspruch auf die Leistungen der Pflegeversicherung.

 

Pflegestufen und Leistungen der Pflegeversicherung:

Die Auszahlung der gesetzlichen Pflegeversicherung obliegt den Pflegekassen, die ein selbständig verwalteter Teil der gesetzlichen Krankenkassen sind. Um Ansprüche aus der Pflegeversicherung geltend machen zu können, wird zunächst Art und Umfang der Hilfsbedürftigkeit festgestellt.. Diese wird genau definierten Pflegestufen zugeordnet, die von „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“, bis hin zu einer Pflegebedürftigkeit von über 300 Minuten pro Tag sowie nächtlicher Hilfestellung reichen. Die Zuordnung zur jeweiligen Pflegestufe ergibt sich aus dem täglichen Zeitaufwand für die zu leistenden Hilfestellungen.

 

Die Pflegeversicherung geht nach dem Grundsatz vor, häusliche Pflege der stationären vorzuziehen, sowie ambulante Pflege der vollstationären. Folgende Leistungen werden je nach Bedarf und Möglichkeit abgedeckt:

  • Häusliche Pflege durch einen Angehörigen oder vertrauten Menschen wird durch Pflegegeld gedeckt, ebenso Pflege durch einen professionellen Pflegedienst im eigenen Heim.
  • Eine Kombination aus beiden Varianten.
  • Teilstationäre Pflege, wie z.B. Aufenthalt in einer Tagesstätte oder Übernachtung.
  • Dauerplatz in einem Pflegeheim..

 

Unterstützung bei Pflegehilfsmitteln, die für den Verbleib in der eigenen Wohnung notwendig sind sowie Pflegegeld für pflegende Angehörige werden nach festgelegten Höchstsätzen ausbezahlt.

Wird die Hilfsleistung von einem Pflegedienst übernommen oder muss der Betroffene in vollstationäre Pflege aufgenommen werden, werden die Ansprüche aus der Pflegeversicherung zwischen dem Dienstleister und der Versicherung geltend gemacht.

 

Die private Pflegezusatzversicherung:

Personen zwischen dem 30. und dem 65. Lebensjahr, können eine private Pflegezusatzversicherung abschließen, die eventuell entstehende Finanzierungslücken schließen helfen kann. Die Auszahlungen aus privaten Zusatzversicherungen unterliegen nicht den gesetzlichen Kriterien der Pflegestufen; sie sind im Versicherungsvertrag festgelegt. Daraus ergibt sich, dass die monatlichen Raten aus einer privaten Pflegezusatzversicherung nicht einen bestimmten Prozentsatz des Gehalts ausmachen, sondern individuell vereinbart werden.

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